Fußballfans in Berlin müssen zur Weltmeisterschaft 2026 umplanen: Erstmals seit vielen Jahren wird es keine offizielle Fanmeile am Brandenburger Tor geben. Das traditionelle Public Viewing vor der berühmten Berliner Kulisse fällt in diesem Jahr aus, sodass sich Fans nach alternativen Treffpunkten für das gemeinsame WM-Erlebnis umsehen müssen.
Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land ist die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni ein fester Bestandteil großer Turniere in Berlin. Dort verfolgen regelmäßig Tausende Besucher die Spiele auf Großbildschirmen, erleben die Partien gemeinsam und feiern insbesondere die Auftritte der deutschen Nationalmannschaft. Eine Ausnahme bildete lediglich die WM 2022 in Katar, die wegen der klimatischen Bedingungen erstmals im Winter ausgetragen wurde und ohne Berliner Fanmeile stattfand. Lange Zeit war offen, ob dieses Public-Viewing-Format zur Weltmeisterschaft 2026 zurückkehren würde.
Nun herrscht Klarheit: In diesem Jahr wird es keine Fanmeile am Brandenburger Tor geben. „Auf der Straße des 17. Juni wird regelmäßig zur Fußball-EM und Fußball-WM eine Fanmeile zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor eingerichtet. Zur WM 2026 ist jedoch keine Fanmeile geplant“, heißt es auf dem Stadtportal „berlin.de“. Zuvor war dort noch eine Fanmeile angekündigt worden. Bei der Senatsverwaltung heißt es hingegen, dass gar kein Antrag für eine Fanmeile gestellt worden sei.
Deshalb wurde die Fanmeile in Berlin abgesagt
Grund für die Absage sind mehrere Faktoren. Zum einen konnte kein Veranstalter gefunden werden, zum anderen sorgen die Spielzeiten der WM in Nordamerika für erhebliche Herausforderungen. Aufgrund der Zeitverschiebung würden viele Begegnungen zu ungünstigen Uhrzeiten stattfinden. Eine Fanmeile wäre unter diesen Voraussetzungen wohl kaum wirtschaftlich rentabel gewesen.
Die Weltmeisterschaft wird 2026 in Mexiko, den USA und Kanada ausgetragen. Viele Spiele beginnen aus deutscher Sicht erst gegen 21 Uhr und dauern bis weit in die Nacht hinein. Für Veranstalter bedeutet das einen deutlich höheren organisatorischen und finanziellen Aufwand.
Berlins Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) sagt gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“: „Natürlich hätte es mich gefreut, wenn dieses Jahre eine von privater Hand geplante, zentrale Veranstaltung am Brandenburger Tor stattgefunden hätte.“

KUKKSI | Oliver Stangl
Beim Blick auf die entscheidende Turnierphase hält sich die Senatorin jedoch eine Hintertür offen. Mit Blick auf ein mögliches Halbfinale oder Finale mit deutscher Beteiligung erklärt sie: „Ganz offen gesagt: Berlin bewirbt sich um Olympische und Paralympische Spiele, schon deshalb sollte man darüber nachdenken, ob ein Halbfinale und Finale mit deutscher Beteiligung nicht auch am Brandenburger Tor angeschaut werden kann.“
Damit scheint das Thema Fanmeile in Berlin für die WM 2026 noch nicht vollständig vom Tisch zu sein. Sollte die deutsche Nationalmannschaft weit kommen, könnten die Verantwortlichen kurzfristig doch noch über ein zentrales Public Viewing in der Hauptstadt nachdenken.
















































