Seit fast einer Woche liegt ein Wal in der Ostsee. Seine Überlebenschancen sinken, und Experten sind sich sicher: Der Wal wird in der Bucht sterben. Doch was wird eigentlich mit seinen Überresten passieren?
Es gibt wohl keine Rettung mehr für den gestrandeten Buckelwal Timmy vor der Insel Poel bei Kirchdorf. Die Feuerwehr hat neben ihm einen Wassersprinkler aufgebaut. Mit Sprühnebel soll die aufgeplatzte Haut etwas gekühlt werden. Laut Meeresbiologen ist es das Letzte, was sie für ihn machen können. Denn Timmy habe nicht mehr die Kraft, die 700 Kilometer in den Atlantik auf sich zu nehmen.
„Es wird vermutet, dass er Heringsschwärmen in der Ostsee gefolgt ist. Aber die ist überfischt, die Nahrung knapp. Wir wissen nicht, wann er das letzte Mal gefressen hat“, sagt Greenpeace-Sprecherin Daniela von Schaper in der „Bild“-Zeitung. Da er auf dem Boden liegt, werden seine Organe aufgrund seines Gewichtes regelrecht zerquetscht.
Es gab zwar noch Rettungsideen mit Luftkissen und großen Netzen – aber das sei laut Greenpeace keine sinnvolle Variante. „Damit würde man dem Tier massiv schaden. Das kommt nicht in Betracht – für uns nicht und nicht für die Wissenschaftler der zuständigen Institute. Wir glauben, dass keine weiteren Rettungsmaßnahmen sinnvoll sind, weil es ihm so schlecht geht“, meint Daniela von Schaper. Die traurige Gewissheit: Timmy wird qualvoll sterben.
Doch was geschieht eigentlich im Falle eines toten Wals mit seinen Überresten? Schließlich wiegt ein solches Tier mehrere Tonnen. In einigen Fällen wird der tote Wal zurück ins Meer gezogen – dort wird er dem Nahrungskreislauf überlassen. Allerdings sinkt ein Kadaver nicht immer ab und wird mitunter erneut an die Küsten gespült. Deshalb wird ein Wal manchmal am Strand begraben und mit Sand bedeckt. Für Seevögel, Haie und andere Meerestiere ist der Kadaver eine wichtige Proteinquelle, wie „Spektrum“ schreibt.
Das passiert mit den Überresten von Buckelwal Timmy
Im Fall von Timmy sieht das jedoch etwas anders aus. Denn Experten haben eine Obduktion angeordnet. Till Backhaus, der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, erklärte, dass das Tier in das Meeresmuseum nach Stralsund gebracht werde. Es handelt sich dabei um ein übliches Vorgehen. Auch wenn an den Stränden von Mecklenburg-Vorpommern etwa eine tote Robbe gefunden wird, ist dies laut „t-online“ der übliche Ablauf. In dem Museum wird dann die Obduktion durchgeführt. Dort soll die genaue Todesursache geklärt werden. Und auch, weshalb sich der Buckelwal verirrt hat. Das Meeresmuseum stellte ausdrücklich klar, dass es nicht um die Erhaltung seines Skeletts für Ausstellungszwecke gehe.


















































