Im Bewerbungsprozess für ein Volontariat fragt das ZDF nach der Followeranzahl in den sozialen Netzwerken. Das sorgt jedoch für zunehmende Kritik. Nun hat sich der öffentlich-rechtliche Sender dazu geäußert.
In einer Bewerbungsrunde des Redaktionsvolontariats fragt das ZDF die Bewerberinnen und Bewerber nach der Followeranzahl in den sozialen Netzwerken. “Erfahrung mit eigenen Accounts auf Social-Media-Plattformen ist ein Plus“, heißt es bei dem öffentlich-rechtlichen Sender.
Doch der Fokus auf die Social-Media-Kanäle stößt vielen Bewerberinnen und Bewerbern auf verschiedenen Plattformen wie LinkedIn übel auf. Denn es wird damit suggeriert, dass Influencer oder Menschen, welche in den sozialen Netzwerken erfolgreich sind, höhere Chancen auf das Redaktionsvolontariat haben. Der Vorwurf: Mit der Selbstdarstellung auf Instagram und TikTok hätte man bessere Möglichkeiten, als mit redaktionellen Skills zu punkten.
Jedoch wird das auch von einigen Bewerberinnen und Bewerbern missverstanden. Denn eine hohe Followeranzahl ist kein Muss, aber sie kann die Verantwortlichen damit zusätzlich überzeugen – das sieht auch die freie Journalistin Malina Florentine Sternberg so. „Man kann jetzt nur noch Journalist:in werden, wenn man Follower hat? Das wird aktuell vermehrt auf TikTok behauptet und ich halte diese Takes für Quatsch, undifferenziert und sehr verunsichernd für alle, die diesen Berufswunsch haben“, schreibt sie bei LinkedIn.
„Grund für die aktuelle Debatte zu dem Thema ist, dass das ZDF bei der Bewerbung fürs Volontariat die Followerzahlen abfragt. Verstehe ich komplett, wenn das verunsichert? Zu hundert Prozent. Aber nur mal kurz zur Einordnung: In der Bewerbung fürs ZDF-Volo ist das eine kleine Frage von vielen zur bisherigen Berufserfahrung. Da steht sogar das kleine Wort ‚Falls‘ dabei. Niemand spricht hier von einem: das muss“, heißt es in dem Beitrag weiter.
„Die Angabe zur eigenen Reichweite ist kein Bewertungskriterium“
Auch das ZDF hat sich jetzt dazu zu Wort gemeldet. “Die Angabe zur eigenen Reichweite ist kein Bewertungskriterium. Sie kann ein zusätzlicher Hinweis darauf sein, wie Bewerberinnen und Bewerber bereits mit einem Thema arbeiten und Zielgruppen erreichen.”, erklärt Christina Kühnel, stellvertretende Leiterin der Newsroom Unit im ZDF, gegenüber „DWDL“. “Gerade weil wir in diesem Jahr gezielt nach Menschen mit klaren thematischen Profilen und Fachexpertise suchen, betrachten wir unterschiedliche Wege in den Journalismus als Bereicherung“, teilt sie in ihrem Statement mit.


















































