Torsten wurde durch die RTLZWEI-Sozialdoku „Hartz und herzlich“ einem Millionenpublikum bekannt. Heute gilt der Rostocker als sympathischer Protagonist, der sich für andere Menschen einsetzt. Doch sein Leben verlief nicht immer so positiv: Jahrelang kämpfte er gegen die Alkoholsucht und trank zeitweise bis zu 15 Flaschen Bier am Tag.
Die Zuschauer kennen Torsten Reinke als hilfsbereiten und bodenständigen Mann aus den Rostocker Folgen von „Hartz und herzlich“. Hinter dem TV-Gesicht steckt eine bewegende Vergangenheit, über die er offen spricht. Der Rostocker war alkoholabhängig und stand nach eigenen Angaben mehrfach vor dem Abgrund. Mittlerweile ist er seit 20 Jahren trocken. Die ersten Schritte in die Sucht machte er während seiner Zeit als Koch. Damals sei Alkohol im Arbeitsalltag der Gastronomie keine Seltenheit gewesen. Ein persönlicher Schicksalsschlag verschlimmerte die Situation zusätzlich.
Torsten Reinke landete auf der Intensivstation
Schließlich erreichte seine Abhängigkeit ihren Höhepunkt: Torsten trank nach eigenen Angaben täglich bis zu 15 Flaschen Bier. Selbst ein Aufenthalt auf der Intensivstation änderte zunächst nichts. Er verließ das Krankenhaus noch am selben Tag und griff zu Hause erneut zur Flasche. Erst dieser Moment ließ ihn erkennen, wie dramatisch seine Lage tatsächlich war. „Du kommst gerade aus dem Krankenhaus und sitzt hier schon wieder trinkend“, erinnerte er sich später laut der „Ostsee Zeitung„.
Bis ihm der endgültige Ausstieg gelang, musste Torsten nach eigenen Angaben zehn Entgiftungen und mehrere Therapien absolvieren. Den Wendepunkt beschreibt er so: „Ich habe meinen Rucksack in der Therapie richtig vollgepackt und ihn zu Hause diesmal nicht in die Ecke gestellt, sondern umbehalten. Seitdem bin ich trocken.“
„Langeweile ist Gift für einen Alkoholiker“
2009 zog er von Waren an der Müritz nach Rostock, um einen Neuanfang zu wagen. Nach einer belastenden Zeit in einem Callcenter suchte er eine sinnvolle Aufgabe. „Ich wollte nicht zu Hause sitzen. Langeweile ist Gift für einen Alkoholiker“, erklärt der „Hartz und herzlich“-Protagonist. Schließlich fand er seinen Platz beim Abstinenzverein „Trockendock“. Aus einem Ehrenamt wurde eine Herzensaufgabe – heute ist Torsten Reinke Vorsitzender des Vereins und setzt sich für Menschen mit Alkohol- und Suchterkrankungen sowie deren Angehörige ein.
Mit seinem Team bietet er Betroffenen Unterstützung an und leistet Aufklärungsarbeit an Schulen. Dabei verfolgt er laut der „Ostsee Zeitung“ eine klare Philosophie: „Ich begleite die Leute, aber ich helfe ihnen nicht. Helfen können sie sich nur selbst. Der Weg aus der Sucht muss aus eigenem Willen passieren.“
Seine Bekanntheit aus „Hartz und herzlich“ sieht Torsten als Chance. Die Sendung mache die Arbeit des Vereins bekannter und könne Betroffenen den Mut geben, sich Hilfe zu suchen. Seine eigene Geschichte zeigt, dass selbst nach den dunkelsten Kapiteln ein Neuanfang möglich ist.


















































