Mike und Angelique aus der RTLZWEI-Sozialdoku „Armes Deutschland“ haben mit ihren Aussagen über die Tafel für Empörung bei vielen Zuschauern gesorgt. Das Paar erklärte, sich vor den Lebensmitteln zu ekeln und einen Teil der erhaltenen Waren sogar weiterzuverschenken. Nun findet der Vorsitzende der Tafel in Pirmasens deutliche Worte.
Einige Protagonistinnen und Protagonisten aus RTLZWEI-Sozialdokus wie „Hartz und herzlich“, „Hartz Rot Gold“ oder „Armes Deutschland“ sorgen immer wieder für hitzige Diskussionen. Dazu zählen auch Angelique (21) und Mike (26), die mit ihren Aussagen über die Lebensmittel der Tafel vor laufenden Kameras für Fassungslosigkeit sorgen.
Seit ihrer Verurteilung wegen Sozialleistungsbetrugs müssen Angelique und Mike finanziell deutlich kürzertreten. Große Sprünge sind für das Paar nicht mehr möglich – inzwischen sind sie sogar auf die Unterstützung der Tafel angewiesen.
Um Lebensmittel von der Tafel beziehen zu können, muss das Bürgergeld-Paar aus der RTLZWEI-Sendung „Armes Deutschland“ seinen Leistungsbescheid vorlegen. Zudem wird ein geringer Eigenanteil von fünf Euro fällig. Das stößt bei Angelique auf Unverständnis: „Ich finde, es ist schon eine Verarsche, dass wir fünf Euro zahlen – einfach deswegen, weil eigentlich alles abgelaufen ist außer das Gemüse. Und das Gemüse ist nicht das frischeste.“
Lebensmittel werden direkt aussortiert
Mit der Qualität der ausgegebenen Lebensmittel zeigt sich das Paar jedoch unzufrieden. Deshalb sortieren Angelique und Mike einen Teil der Waren noch auf der Straße aus. „Die aussortierten Lebensmittel gebe ich Nachbarn, die freuen sich darüber, frieren vieles ein oder kochen damit“, erklären die beiden.

Vor allem Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, kommen für Angelique nicht infrage. „Ich esse nichts Abgelaufenes. Denn wenn ich etwas Abgelaufenes esse, kriege ich Magenschmerzen. […] Wieso soll ich das essen? Ich habe einen sehr sensiblen Magen“, so die 21-Jährige.
Tafel-Vorsitzender widerspricht deutlich
Diese Aussagen hält Wolfgang Nikolaus, Vorsitzender der Tafel in Pirmasens, für problematisch und widerspricht dem Paar entschieden. „Die Tafel hat in ganz Deutschland klare Richtlinien, wann Lebensmittel ausgegeben werden dürfen. Wir achten genau darauf, was wir herausgeben, es ist keine verdorbene Ware“, erklärt er im Interview mit dem Portal „rheinpfalz.de„.
Und weiter stellt er klar: „Nur, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, heißt das nicht, dass man Lebensmittel nicht mehr essen kann. Je nach Art können Nahrungsmittel noch Tage, Wochen oder sogar Monate nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum unbedenklich verzehrt werden.“
In der RTLZWEI-Sozialdoku „Armes Deutschland“ sprechen Angelique und Mike außerdem offen über ihre Schulden. Auch das sieht Wolfgang Nikolaus kritisch. „Ich halte diese Aussagen für hochproblematisch“, sagt der Vorsitzende, der viele Jahre sowohl bei einer Bank als auch beim Jobcenter gearbeitet hat. Er warnt davor, dass eine hohe Verschuldung jungen Menschen später erhebliche Probleme bereiten könne und dadurch auch der Einstieg ins Berufsleben erschwert werde. An einer Arbeitsstelle zeigen Angelique und Mike in der Sendung allerdings nur wenig Interesse.


















































