Julian Nagelsmann musste bereits in jungen Jahren einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Der Vater des deutschen Bundestrainers nahm sich das Leben.
Zu seinem Vater hatte Julian Nagelsmann stets ein enges Verhältnis. Doch dann kam der Tag, der sein Leben für immer verändern sollte: Sein Vater beging Suizid. Einen Abschiedsbrief hinterließ er seiner Familie nicht.
„Aber die Art, wie er sich das Leben genommen hat, hat deutlich gemacht, dass seine Entscheidung für ihn absolut feststand. Für die Familie fühlt sich das richtig scheiße an, aber mir hat es geholfen zu wissen, dass er unbedingt sterben wollte und es nicht um einen Hilfeschrei oder ein Signal ging“, erzählte Julian Nagelsmann in einem Interview mit dem „Spiegel“.
So erfuhr Julian Nagelsmann vom Tod seines Vaters
„Ich denke oft an diesen Tag zurück“, sagte der 38-Jährige. Anschließend schilderte der Bundestrainer, wie er von dem Tod seines Vaters erfahren hatte: „Ich war damals auf einem Trainerlehrgang in Oberhaching bei München und habe dort die C-Lizenz gemacht. Und auf einmal hat der Lehrgangsleiter gesagt, ich solle bitte mal hinausgehen.“ Dann habe sein damaliger Schwiegervater vor ihm gestanden, „der mir eröffnete, dass sich mein Papa umgebracht hat.“
Der plötzliche Verlust seines Vaters habe sein Leben nachhaltig geprägt. Nach eigenen Angaben sei er dadurch zu dem Menschen geworden, der er heute ist. Über die Zeit nach dem tragischen Ereignis sagte Julian Nagelsmann: „Ich war Anfang zwanzig, musste mich auf einmal um die Familie kümmern, die ganzen Versicherungen regeln. Alltagsdinge eben, an die man in dem Alter eigentlich keinen Gedanken verschwendet. Ich musste schwerwiegende Entscheidungen treffen, auch um meine Mutter zu entlasten, die auf einmal in einem großen Haus ohne ihren Partner wohnte. Mit all ihren Erinnerungen.“
Julian Nagelsmann übernahm früh Verantwortung
Der heutige Bundestrainer unterstützte seine Mutter damals, wo er nur konnte. Er kümmerte sich unter anderem um den Verkauf des Elternhauses sowie um Versicherungsangelegenheiten. Rückblickend erklärte er: „Weil wenn du den Partner verlierst, mit dem sie über 30 Jahre verheiratet war, ist das ein herber Schlag gewesen, vielleicht auch noch mal herber als für die Kinder, die dann irgendwann selbst Partner haben, ihren eigenen Weg einschlagen.“
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