Der MDR wird den „Tatort“ und den „Polizeiruf 110“ für drei Jahre pausieren. Hintergrund sind Sparmaßnahmen des öffentlich-rechtlichen Senders. Die Krimi-Stars zeigen sich fassungslos.
Die Produktion neuer Folgen des „Tatort“ aus Dresden sowie des „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg wird vorerst komplett eingestellt. Drei Jahre lang sollen keine neuen Episoden der beliebten Krimireihen aus Ostdeutschland gedreht werden.
Zwar spricht der öffentlich-rechtliche Sender offiziell von einer Pause – Produzenten und Darsteller sehen die Situation jedoch deutlich kritischer. „Da wir bislang noch keine verbindliche Perspektive für eine Wiederaufnahme in drei Jahren erhalten haben, sehen wir das aktuell nicht als Pause, sondern als Absetzung des Tatort Dresden“, erklärten die Produzenten Nanni Erben und Gunnar Junken gegenüber „DWDL“.
„Das ist der Anfang vom Ende – und ein Aus auf Raten“
Krimi-Stars wie Martin Brambach (58), Cornelia Gröschel (38) und Claudia Michelsen (57) werden damit für drei Jahre in eine Zwangspause geschickt. „Das ist der Anfang vom Ende – und ein Aus auf Raten“, erklärte eine MDR-Insiderin gegenüber der „Bild“-Zeitung. Laut des Medienberichts sei allen Beteiligten bewusst, dass die Formate schleichend eingestellt werden sollen.
Claudia Michelsen, die seit 2013 im Magdeburger „Polizeiruf 110“ ermittelt, soll laut „Bild“ erst durch Medienberichte von der TV-Pause erfahren haben. Noch im Januar hatte die Schauspielerin über die Zukunft des Formats gesprochen: „In der letzten Folge, die an Neujahr ausgestrahlt wurde, haben wir ja eine junge Frau als Verstärkung bekommen. Die Polizeianwärterin wird uns auch weiterhin unterstützen.“
Zwar beginnen in wenigen Tagen die Dreharbeiten für einen weiteren „Tatort“ aus Dresden, zudem wurde noch eine weitere Episode bestellt – danach soll es erst einmal nicht weitergehen. „Aber danach ist erstmal Schluss. Echte Reformen? Fehlanzeige!“, so die Insiderin weiter.
Das TV-Publikum dürfte die Entscheidung allerdings erst ab etwa 2028 bemerken. Sowohl vom Dresdner „Tatort“ als auch vom Magdeburger „Polizeiruf 110“ sollen jeweils noch drei Folgen ausgestrahlt werden, die größtenteils bereits produziert wurden.
MDR-Intendant Ralf Ludwig verteidigt den drastischen Schritt als unumgänglich. Hintergrund sei, dass die Bundesländer die von der KEF empfohlene Beitragserhöhung zum 1. Januar 2025 blockiert hätten. Dadurch fehlten dem MDR nun Millionenbeträge.


















































