Diese Szenen in der RTLZWEI-Sozialdoku „Hartes Deutschland“ sind nichts für schwache Nerven. Alicia lebt im Frankfurter Bahnhofsviertel und ist drogenabhängig. Ihren Drogenkonsum finanziert sie mit Prostitution – doch die Freier bleiben aus.
Zwischen Hoffnung und Perspektivlosigkeit, Lichtblicken und Schattenseiten: Seit mehreren Jahren begleitet ein Kamerateam suchtkranke und obdachlose Menschen in Hamburg, Leipzig, Hannover und Frankfurt. Das Leben auf der Straße ist für sie eine harte Prüfung.
RTLZWEI zeigt am 9. August eine alte Folge von „Hartes Deutschland“. Die Aufnahmen sind während der Corona-Pandemie entstanden – in der Episode geht es auch um Alicia.
Wegen Corona: Alicia hat kaum noch Freier
Darum geht es in „Hartes Deutschland“: Für Alicia war das letzte Jahr schwierig. Aufgrund des Lockdowns kamen weniger Freier auf den Straßenstrich. Sie hat Probleme, ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Noch dazu bekommt sie eine schlimme Diagnose: Leberzirrhose. Wie geht es für sie weiter?
Im Alter von acht Jahren kam Alicia mit ihrer drogenabhängigen Mutter von Mazedonien nach Frankfurt. Schnell kam sie selbst mit dem Rauschmittel in Berührung – schon mit elf Jahren konsumierte sie laut eigenen Aussagen erstmals Heroin. Schnell rutschte sie in die Abhängigkeit – um ihren Drogenkonsum zu finanzieren, ging sie auf den Straßenstrich.
In der Zeit des Lockdowns während der Corona-Pandemie war die Suche nach Freiern extrem schwierig. „Die Straßen sind wie tot am Bahnhof, das ist total eigenartig. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt“, sagt die Protagonistin in „Hartes Deutschland“. „Wir Frauen können kein Geld mehr machen, weil viel zu wenig Männer kommen – die haben ja auch Angst vor der Krankheit. Unser Geschäft geht kaputt maßlos hier. Das ist katastrophal“, so Alicia weiter.
In fünf Stunden habe sie gerade mal zwei Kunden gehabt – vor der Pandemie gab es sowas nicht. Die dreifache Mutter verlangt für Oralverkehr 30 Euro, richtigen Geschlechtsverkehr gebe es für 50 Euro. „Ohne meine Stammkunden wäre ich aufgeschmissen. […] Einer kommt schon seit über 20 Jahren zu mir“, erzählt die Drogenabhängige.
„Ich hab so viele Krankheiten, da kommt’s auf die eine auch nicht darauf an“
Leberzirrhose sei nicht die einzige Krankheit, die Alicia hat: „Ist halt so, aber da kann man bestimmt was dagegen machen. […] Ich hab so viele Krankheiten, da kommt’s auf die eine auch nicht darauf an. Aber mein Freund hat Angst, dass ich sterbe.“
„Ich tue meinem Baby weh, aber was soll ich machen?“
Im Jahr 2020 wurde Alicia zudem ungewollt schwanger – jedoch freute sie sich auf das Kind. Während der Schwangerschaft sagte Alicia: „Ich tue meinem Baby weh, aber was soll ich machen? Guck, was die Drogen mit einem machen, da vergisst du alles, auch deinen Säugling.“ Jedoch konnte sie ihre Sucht nicht bezwingen – und erlitt eine Fehlgeburt.
RTLZWEI zeigt „Hartes Deutschland“ am Samstag um 22.15 Uhr.
HINWEIS DER REDAKTION | Wenn du selbst ein Suchtproblem mit illegalen Drogen hast, kannst du dich jederzeit an den Bundesverband Suchthilfe unter suchthilfe.de wenden.

















































