Musik

Größter Geldgeber: So viel zahlt Deutschland für den Eurovision Song Contest

ESC 2026
Alma Bengtson / EBU

Deutschland gilt beim Eurovision Song Contest als größter Geldgeber. Doch was steckt wirklich hinter den Zahlen – und wie viel wird tatsächlich fällig?

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In den vergangenen Jahren hat Deutschland beim ESC häufig schlecht abgeschnitten. Immer wieder entbrennt deshalb die Debatte über eine vermeintliche Verschwendung von Rundfunkgebühren. Denn Deutschland gehört neben Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien zu den sogenannten Big Five. Das bedeutet: Diese Länder sind automatisch für das Finale qualifiziert, da sie die höchsten Beiträge leisten.

So viel Geld wird für den ESC fällig

Das hat seinen Preis: Der NDR meldete für den ESC 2025 in Basel eine Teilnahmegebühr von 472.277 Euro, die an die European Broadcasting Union (EBU) fällig wird. „Wie unsere Redaktion vom NDR erfuhr, beträgt die Startgebühr in diesem Jahr 472.277 Euro“, berichtete damals die „Berliner Morgenpost“. Weiter hieß es: „Damit gehört Deutschland tatsächlich zu den Top-Geldgebern.“ Laut der Tageszeitung „Saarbrücker Zeitung“ wurden beim Eurovision Song Contest in Wien inflationsbedingt sogar 620.000 Euro fällig.

Zum Vergleich: Die Schweiz zahlte im Jahr 2016 lediglich 63.500 Euro, Nordmazedonien überwies 2022 nur rund 39.000 Euro. Dass die Gebühren so unterschiedlich hoch ausfallen, hängt mit dem Umlagesystem der EBU zusammen, wie das Portal „eurovision.de“ berichtet. Jedes Vollmitglied der Rundfunkunion erhält abhängig von Reichweite und Nutzungsgrad der Eurovisionsangebote einen Punktewert. Auf Basis dieser Punktewerte werden die Gesamtkosten für Gemeinschaftsproduktionen auf die einzelnen Teilnehmerländer verteilt. Deutschland mit seinem großen öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem zahlt deshalb deutlich mehr.

Je schlechter die Platzierung, desto lauter wird die Kritik. Der Vorwurf: Rund eine halbe Million Euro aus Gebührengeldern – nur dafür, am Ende Letzter zu werden? Allerdings umfasst die Teilnahmegebühr nicht nur das Finale, sondern auch die beiden Halbfinals. Insgesamt werden damit rund acht Stunden Programm in der ARD gefüllt. Betrachtet man diesen Umfang und berücksichtigt, dass der Eurovision Song Contest als größte Musikshow der Welt gilt, erscheint der Preis im Vergleich zu anderen TV-Produktionen beinahe günstig.

Eine „Tatort“-Folge kostet mit rund 1,5 Millionen Euro beispielsweise deutlich mehr als die ESC-Teilnahme. Gleichzeitig liegen die Einschaltquoten von ESC-Finale und „Tatort“ mit jeweils rund acht Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern auf einem ähnlichen Niveau.

Der britische Wirtschaftswissenschaftler Stephen Boyle beschäftigte sich zudem mit den Kosten des ESC 2016. Demnach gab das schwedische Fernsehen rund 14,3 Millionen Euro für die Produktion aus. Diese Summe entspreche in etwa den Übertragungsrechten eines einzigen Fußballspiels der britischen Premier League.

Auch aus Spanien hieß es, dass eine Sendeminute beim ESC 2015 rund 791 Euro kostete. Eine Sendeminute eines Spiels der Fußball-Europameisterschaft 2016 schlug dagegen mit rund 21.600 Euro zu Buche. Generell lässt sich festhalten: Der Eurovision Song Contest ist im Vergleich zu anderen TV-Produktionen ein vergleichsweise günstiges Format – obwohl es sich um die größte Musikshow der Welt handelt.

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