„Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross wird nach rund 30 Jahren eingestellt. Nun wurde zudem bekannt: Auch „Die Beatrice Egli Show“ wird nicht fortgesetzt und selbst „Kaisermania“ mit Roland Kaiser wird künftig nicht mehr im TV übertragen. Warum verschwinden immer mehr Schlagershows aus dem Fernsehen?
Der Schlager boomt weiterhin und zählt zu den beliebtesten Musikgenres. Dennoch verschwinden derzeit zunehmend entsprechende Formate aus dem TV. „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross (50) wird nach diesem Jahr eingestellt.
„Die Einstellung von ‚Immer wieder sonntags‘ ist eine schmerzhafte Entscheidung“
„Die Einstellung von ‚Immer wieder sonntags‘ ist eine schmerzhafte Entscheidung, die wir sehr sorgfältig abgewogen haben und die uns angesichts des großen Erfolgs nicht leichtfällt. Die wirtschaftliche Situation des SWR lässt uns aber keine andere Wahl. Wir gehen diesen Schritt mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber Stefan Mross und dem gesamten Team, die über viele Jahre Großartiges geleistet haben“, erklärte SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler laut einer Mitteilung.
Auch die „Beatrice Egli Show“ wird nicht fortgeführt
Wie inzwischen ebenfalls bekannt wurde, wird auch die „Beatrice Egli Show“ eingestellt. Die einstige DSDS-Kandidatin Beatrice Egli (37) will sich künftig auf neue Projekte konzentrieren. „Ich blicke auf acht wunderbare ‚Beatrice Egli Shows‘ zurück. Es waren vier ganz besondere Jahre. Wenn ich an diese Zeit denke, erfüllt mich vor allem eines: große Dankbarkeit“, erklärte Beatrice Egli.
MDR überträgt „Kaisermania“ mit Roland Kaiser nicht mehr
Nicht nur „Immer wieder sonntags“ oder die „Beatrice Egli Show“ sind betroffen. Auch „Kaisermania“ mit Roland Kaiser (73) wird in diesem Jahr vom MDR nicht mehr live übertragen. Der Schlagerstar selbst und die Veranstalter des Mega-Events haben gemeinsam mit dem Sender beschlossen, die Live-Übertragung im Fernsehen ab 2026 einzustellen. „Während das Live-Erlebnis für das Publikum vor Ort stets ein musikalisches Highlight war, konnte dies im Fernsehen dagegen leider nicht in derselben Qualität vermittelt werden“, heißt es. Auch weitere Formate sind betroffen: „Schlagerhitparade“ mit Christin Stark (36) verschwand bereits Anfang des Jahres aus dem Programm.
Verschwinden immer mehr Schlagershows im TV?
Sterben die Schlagershows im Fernsehen nun aus? „Wie alle modernen Medienhäuser entwickelt auch der MDR sein publizistisches Angebotsportfolio kontinuierlich im Sinne des Publikums weiter. Denn die Interessen und Bedürfnisse in der Mediennutzung verändern sich rasant, bekanntermaßen steigt die Nutzung digitaler Formate stetig“, erklärte der MDR gegenüber dem Portal „schlager.de“.
In den vergangenen Jahren haben sich die Sehgewohnheiten deutlich verändert. Musikwissenschaftler Felix Thiesen von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sieht den Schlager dennoch als starkes Genre. „Nicht unbedingt sind es jetzt die großen Shows und deren Niedergang, die den Schlager bedrängen“, erklärt der Experte gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“.
Das lineare Fernsehen ist rückläufig, während das Publikum verstärkt auf andere Plattformen wie Streamingangebote ausweicht. „Um zukunftsfähig zu bleiben, muss der Schlager sich an anderen medialen Inszenierungen orientieren“, sagt Felix Thiesen.
Sender halten an Florian Silbereisen und Giovanni Zarrella fest
Während bei einigen Formaten die Lichter ausgehen, wird an anderer Stelle auf Kontinuität gesetzt: „Die Feste mit Florian Silbereisen“ (44) wurden bis 2028 verlängert, und auch das ZDF hält an Giovanni Zarrella (47) fest. Sein Vertrag wurde um drei weitere Jahre verlängert. ZDF-Unterhaltungschef Dr. Oliver Heidemann erklärte dazu: „Seine Musikshow hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einer wichtigen Marke entwickelt.“
Im Fernsehen ist der Schlager damit keineswegs tot. Vielmehr zeigt sich ein gespaltenes Bild: Während einige etablierte Formate verschwinden, werden andere Shows verlängert und bleiben auch in den kommenden Jahren bei ARD und ZDF erhalten. Vor allem Florian Silbereisen und Giovanni Zarrella prägen weiterhin die TV-Landschaft. Hinzu kommt der ZDF-„Fernsehgarten“ mit Andrea Kiewel (60), an dem der Sender festhält.


















































