Kaum geht es Richtung Badezimmer, tapsen auch schon vier Pfoten hinterher. Viele Katzen begleiten ihre Besitzer sogar bis auf die Toilette und wollen dort offenbar keinen Moment verpassen. Doch warum ist das stille Örtchen für die Samtpfoten so interessant? Dahinter können gleich mehrere Gründe stecken.
Katzen gelten als eigenständig und unabhängig. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie keinen Wert auf die Gesellschaft ihres Menschen legen. Ganz im Gegenteil: Viele Samtpfoten bauen eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf und folgen ihr deshalb durch die gesamte Wohnung – selbst bis ins Badezimmer.
Neugier spielt eine große Rolle
Eine mögliche Erklärung liegt im typischen Verhalten der Tiere. Katzen sind neugierig und wollen mitbekommen, was in ihrer Umgebung passiert. Verschwindet Herrchen oder Frauchen plötzlich hinter einer Tür, kann das erst recht interessant werden.
Auch das Badezimmer selbst hat einiges zu bieten. Fließendes Wasser aus dem Waschbecken, Geräusche aus der Dusche, Handtücher oder andere Gegenstände können die Aufmerksamkeit einer Katze wecken.
Hinzu kommt: Während des Toilettengangs bleibt der Mensch für einige Minuten an derselben Stelle. Für eine Katze, die gerade Aufmerksamkeit oder Streicheleinheiten möchte, kann das eine ziemlich günstige Gelegenheit sein.
Katzen gewöhnen sich an feste Abläufe
Auch die tägliche Routine kann eine Rolle spielen. Katzen sind Gewohnheitstiere und können sich wiederkehrende Abläufe gut einprägen. Geht ihr Mensch beispielsweise jeden Morgen nach dem Aufstehen zuerst ins Badezimmer, kann die Samtpfote diesen Vorgang irgendwann einfach in ihren eigenen Tagesablauf integrieren.
Aus einem gelegentlichen Hinterherlaufen wird dann möglicherweise ein festes Ritual. Die Katze folgt nicht unbedingt deshalb, weil auf der Toilette etwas besonders Aufregendes passiert – sondern weil sie es schlicht gewohnt ist.
Daneben kann das Verhalten mit der sozialen Bindung zusammenhängen. Manche Katzen möchten möglichst viel Zeit in der Nähe ihres Menschen verbringen. Folgt die Samtpfote ihrem Besitzer auch in andere Räume, legt sich häufig in seine Nähe und sucht von sich aus Körperkontakt, kann der gemeinsame Gang ins Bad einfach dazugehören.

Plötzliche Anhänglichkeit sollte man beobachten
In den meisten Fällen ist es völlig harmlos, wenn die Katze ihren Menschen bis auf die Toilette begleitet. Hellhörig sollte man jedoch werden, wenn sich das Verhalten plötzlich deutlich verändert.
Folgt eine zuvor eher unabhängige Katze ihrem Menschen auf einmal permanent, miaut ungewöhnlich viel oder zeigt weitere Veränderungen beim Fressen, Schlafen oder Toilettengang, können auch Stress, Unsicherheit oder gesundheitliche Probleme dahinterstecken. Bei auffälligen oder länger anhaltenden Veränderungen sollte deshalb tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Wer dagegen schon seit Jahren keine Minute allein auf der Toilette verbringen darf, hat wahrscheinlich einfach eine besonders neugierige oder anhängliche Samtpfote zu Hause. Denn häufig steckt hinter dem kuriosen Verhalten eine ziemlich unspektakuläre Mischung aus Gewohnheit, Neugier, Aufmerksamkeit und dem Wunsch, in der Nähe des Menschen zu sein.
Quellen: SantéVet, cats.com

















































