Deutsch, Englisch, Französisch und plötzlich auch noch Italienisch: Christoph Waltz wechselt in „Inglourious Basterds“ scheinbar mühelos zwischen mehreren Sprachen. Was zunächst wie eine beeindruckende Spielerei wirkt, ist für seine Rolle als Hans Landa jedoch enorm wichtig – und stellte Regisseur Quentin Tarantino bei der Besetzung vor ein echtes Problem.
Mit dem 2009 erschienenen „Inglourious Basterds“ gelang Christoph Waltz (70) der internationale Durchbruch. Als ebenso höflich auftretender wie skrupelloser SS-Offizier Hans Landa wurde der österreichische Schauspieler weltweit gefeiert. Für seine Darstellung gewann Christoph Waltz schließlich sogar den Oscar als bester Nebendarsteller.
Hans Landa muss sprachlich überzeugen
Dass Hans Landa ständig die Sprache wechselt, hat einen entscheidenden Grund: Quentin Tarantino (63) wollte die unterschiedlichen Sprachen nicht einfach durch Englisch ersetzen. Sie sind vielmehr ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Hans Landa nutzt seine Sprachkenntnisse immer wieder, um Menschen unter Druck zu setzen, Situationen zu kontrollieren oder sein Gegenüber aus der Reserve zu locken.
Die Rolle war deshalb besonders schwierig zu besetzen. Quentin Tarantino erklärte gegenüber der „Los Angeles Times“, dass mehrere deutsche Schauspieler beim Casting zwar mit den deutschsprachigen Passagen überzeugen konnten und auch mit dem Französischen zurechtkamen. Beim Englischen habe ihm jedoch etwas Entscheidendes gefehlt: Die Darsteller konnten seinen speziellen Dialogstil nicht so transportieren, wie Quentin Tarantino es sich vorgestellt hatte.
Zeitweise stand deshalb sogar der gesamte Film auf der Kippe. Für Quentin Tarantino musste der Darsteller von Hans Landa nicht nur schauspielerisch überzeugen, sondern sich auch glaubwürdig durch mehrere Sprachen bewegen können.
Christoph Waltz war der Glücksgriff für Quentin Tarantino
Dann kam Christoph Waltz zum Casting. Der gebürtige Wiener beherrschte bereits Deutsch, Englisch und Französisch. Für die italienischen Passagen musste Christoph Waltz dagegen etwas nachhelfen und eignete sich für den Film ein entsprechendes „Fake-Italienisch“ an.
Seine eigenen Sprachkenntnisse spielte Christoph Waltz allerdings herunter. Quentin Tarantino habe Hans Landa als „linguistisches Genie“ bezeichnet, wie der Schauspieler im Interview mit „Zeit Online“ verriet. Christoph Waltz sah das deutlich nüchterner: „Bis dahin ist es Fleiß.“ Erst bei rund 20 beherrschten Sprachen würde Christoph Waltz demnach von einem echten Sprachgenie sprechen.
Die Sprachwechsel sind in „Inglourious Basterds“ also weit mehr als ein kurioses Detail. Sie gehören zu den wichtigsten Werkzeugen von Hans Landa und verschaffen der Figur immer wieder einen Vorteil. Gleichzeitig waren sie einer der Gründe, weshalb Christoph Waltz für Quentin Tarantino zum entscheidenden Glücksgriff wurde.
ProSieben zeigt „Inglourious Basterds“ am 4. Oktober 2026 um 20.15 Uhr.


















































